| Snakker du norsk? Sprichst du norwegisch? |
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| Europa | |
| Geschrieben von: Dorothee Hartmann | |
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Norwegisch lernen in der Stadt des Wikingerkönigs Deutsch-norwegischer Lehrlingsaustausch am BK 10 "Snakker du norsk?“ "Sprichst du norwegisch?“ Eine besonders lebensnahe und eindrückliche Art, eine Fremdsprache zu lernen, stellt die Teilnahme an einem Comenius-Projekt dar. Wie die vierwöchige Zusammenarbeit zweier Kölner Schulen, dem Richard-Riemerschmid-Berufskolleg und dem Berufskolleg 10 Köln-Porz, mit zwei norwegischen Partnerschulen aus Brundalen und Byåsen in Trondheim gelingen kann, zeigt unser Beispiel.
"Hva heter Installateur pa norsk?" "Was heißt Installateur auf norwegisch?“ "Installatör“ oder "rörlegger“ natürlich schließlich haben alle Projektteilnehmer an einem sprach- und landeskundlichen Vorbereitungsprogramm teilgenommen. Hartmut Rösler, Lehrer am Richard-Riemerschmid-Berufskolleg, hat weder Kosten noch Mühen gescheut, den zwölf deutschen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrern schon Monate vor Beginn des Aufenthaltes im Gastland die wichtigsten Sätze des Alltagslebens beizubringen. Das Lernen an den vielen Samstagen, die wir in der Lehrwerkstatt der Malerinnung verbracht haben, fällt auch den Lehrern Dorothee Hartmann und Dirk Kühlert nicht immer leicht: "Mange takk“ Vielen Dank dafür. Und wie klappt die sprachliche Verständigung in Norwegen? "Sehr gut, es gibt keine Probleme untereinander“, freut sich der Maler Roy. Zwischenmenschlich ist schnell "alles im Lack“, meint der Fahrzeuglackierer Ilija dazu. Die norwegischen vierzehn Austauschschüler aus Trondheim, die uns im März mit ihren drei Lehrern in Köln besucht haben, sind uns auf Anhieb sympathisch. Während der Projektarbeit in Norwegen wird auch viel Englisch gesprochen, nach zwei Wochen stellt der Fahrzeuglackierer Michael erstaunt fest, "dass das Sprechen in Englisch nun überhaupt kein Problem mehr ist, dafür aber das Umschalten von Englisch auf Deutsch“. Als Projektergebnis haben wir eine viele hundert Einträge umfassende Fachwörterliste für Installateure, Maler und Fahrzeuglackierer erstellt. Das kleine Lexikon belegt eindrucksvoll in norwegischer, englischer und deutscher Sprache die neuerworbenen Sprachkompetenzen der Projektteilnehmer. "Willkommen in der Stadt des Wikingerkönigs“Trondheim ist eine Stätte der Begegnung zwischen Volkstümlichem und Hochtechnologie. Mehr als tausend Jahre sind vergangen, seit der Wikingerkönig Olav Tryggvason den Hafen im Fjord ansteuerte und bestimmte, dass genau an dieser Stelle eine Stadt liegen sollte, die er Nidaros nennt. An die Stadtgründung erinnert die 18 Meter hohe Statue auf dem Marktplatz. Bis heute werden die Könige des Landes im Nidarosdom gekrönt. Trondheim ist jetzt Norwegens drittgrößte Stadt und ein Zentrum für hochtechnologische Forschung und Ausbildung, wie die nationale technisch-naturwissenschaftliche Universität, die technische Hochschule und das moderne Schulzentrum der Berufsschule in Byasen eindrucksvoll bestätigen. Beeindruckend ist auch der Besuch in der Bergbaustatt Röros, zu dem uns unsere norwegischen Partnerschulen eingeladen haben. Wir besuchen die Gruben Nyberget und Olav und gelangen in 50 Meter Tiefe durch ein Labyrinth von Stollen und Schächten in die Bergmannshalle. Dort erfahren wir, dass das Kupferbergwerk von Röros in seiner 333jährigen Geschichte eine entscheidende Rolle für das wirtschaftliche und soziale Leben der Region gespielt hat. Im Zeitalter der Industrialisierung war es ein Beispiel für deutsch-norwegischen Technologietransfer: Deutsche "Ingenieure“ kamen mit ihren Familien nach Röros und brachten innovative Techniken zur Entwässerung der Stollen und zum Herausschmelzen des Kupfers mit zuvor hatten die Bergleute das Wasser noch in Ledersäcken aus dem Bergwerk geschleppt. Viele deutsche Begriffe sind damals in die Fachsprache des Bergbaus übernommen worden. Heute erinnern Straßennahmen in Röros an die deutschen Einwanderer. Besonders angetan sind die Auszubildenden von dem Besuch des Rörosmuseums, in dem die Schmelzhütte im Maßstab 1:10 nachgebaut ist. Die Ausstellung zeigt bewegliche Modelle von Wasserrädern, Pumpen und Fahrstuhlanlagen in den Grubenstollen: "Für Modellbauer das reinste Paradies“ schwärmt der Industrielackierer Thorsten. "Arbeiten in Norwegen - auf jeden Fall anders als in Deutschland!“"Über das Arbeiten der Norweger kann man soviel sagen, dass es auf jeden Fall anders ist als in Deutschland“, fasst Roy seine Erfahrungen zusammen. Installateur Daniel ergänzt: "Die Bauart der Mehrfamilienhäuser unterscheidet sich stark von der in Deutschland. Während bei uns Stein und Beton zu den hauptsächlich verarbeiteten Materialien gehören, sind es in Norwegen Holz, Metall und Beton für Fertigelemente sowie für Treppen und das Fundament. Die hölzerne Fassaden- und Stockwerkskonstruktion erlaubt ein geradezu einfaches Arbeiten, da zum Überbrücken von Räumen und Ebenen, die mit Leitungen versorgt werden müssen, lediglich ein Säge und ein Holzbohrer notwendig sind. Die erforderlichen Anschlüsse werden in der Regel verschraubt und die Kupferleitungen verlötet. Auf diese Weise haben wir zum Beispiel zwei Tage lang auf einer Großbaustelle Heizleitungen aus 12 mm Sanipex-PE-Rohr mit Schutzummantelung verlegt. In Norwegen wird bevorzugt qualitativ hochwertiges Material verwendet und in vergleichsweise einfacher Einbaumethode installiert. Das Betriebsklima ist hervorragend und die leise Atmosphäre der Großbaustelle erinnert so gar nicht an die deutschen Baustellen, auf denen es manchmal sehr laut zugeht.“ Sehr positiv über das Betriebsklima äußert sich auch Thorsten: "Mein norwegischer Chef und die Gesellen haben mich bei der Arbeit sehr unterstützt. Am letzten Tag im Betrieb haben wir ein großes Abschiedsessen gehabt und viele Fotos gemacht. Ich merke, dass die Zeit hier im Betrieb unvergesslich bleiben wird“. “Kann ich bitte mal ihren Europass sehen?” Diese Frage wurde uns nicht an der Grenze gestellt, in den Betrieben dürfte sie aber in Zukunft immer häufiger zu hören sein. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 gilt der "Europass Berufsausbildung“ in den 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein als Nachweis, dass einzelne Ausbildungsabschnitte im Ausland erworben wurden: ein Zeugnis, dass seinem Inhaber die Bereitschaft zu grenzüberschreitender Mobilität bescheinigt. Der Europass dokumentiert die gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse über neue Arbeitsweisen und Arbeitstechniken. Er bescheinigt den deutschen Auszubildenden, dass sie zum Beispiel in der Lage sind,
Jeder der deutschen und norwegischen Teilnehmer der “europeisk skolepartnerskap Köln-Trondheim“ erhält zum Abschluss des Projektes einen Europass einen klareren Nachweis dafür, dass er sich für seine berufliche Zukunft in Europa qualifiziert hat.
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