| Austausch Köln - Espoo (Finnland) |
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| Europa | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geschrieben von: Christian Schottmann | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Aber natürlich lag der Schwerpunkt in der Bekanntschaft mit dem finnischen Bildungs- und Berufschulsystem und der Planung weiterer Projekte. Auch hier wurden unsere Erwartungen weit übertroffen.
Als radikales ‚no-one-left-behind’-System spielt individuelles Lernen und individuelle Förderung eine sehr große Rolle und häufig hört man die Feststellung „Wir sind ein so kleines Land, wir können auf die Fähigkeiten keines Einzelnen verzichten.“ Ein wesentliches Kennzeichen des allgemeinen Schulsystems ist es, dass es nur eine Schule gibt: alle gehen in die gleiche Schule, es gibt keine Sonderschulen sondern nur besondere Betreuung . Als weitere Besonderheit fiel uns auf, dass der Schwerpunkt mehr als bei uns auf der Vermittlung von Fähigkeiten (selbstständiges Lernen, Methoden etc. jeweils im eigenen Rhythmus) liegt.
Anders als bei uns ist das Berufschulsystem in Finnland in der Regel nicht dual. Die Schüler die klassischen Ausbildungsberufe bewerben sich bei der Berufschule und lernen dort innerhalb von drei Jahren ihren Beruf in Theorie und Praxis (die Schulen sind hervorragend ausgestattet). Während ca. 20 Wochen innerhalb dieser drei Jahre sammeln sie Berufserfahrung in Betrieben.
Das Berufschulsystem reagiert bei derartigen Grundzügen aber sehr flexibel auf besondere Erfordernisse bzw. Chancen: sei es, dass Jugendliche ohne Ausbildungsplatz während eines ‚Schnupper-Jahres’ die Werkstätten der verschiedensten Berufe durchlaufen, oder dass natürlich auch hier Integration groß geschrieben wird. Ein uns sehr beeindruckendes Projekt bestand darin, dass OMNIA als Schule zwei Grundstücke in guter Lage kauft, mit den Schülern der verschiedenen Bau-Gewerke unterkellerte Einfamilienhäuser vom Fundament bis zum Anstrich innerhalb von drei Jahren fertig gestellt und am Ende wieder gewinnbringend verkauft.
Und die Finnen? Häufig hört man etwas von verschlossenen, in sich gekehrten, manchmal unfreundlichen Leuten. Um diese Finnen kennen zu lernen, müssen wir noch mal hinfahren:‚unsere’ Finnen waren äußerst herzlich, sehr gastfreundlich, überaus professionell und – es erschlossen sich uns neue Dimensionen beim Autofahren auf Schnee in punkto Beschleunigung und Sliding – gerne auch ziemlich cool.
Die Erfahrungen waren so gut und auch professionell so anregend, dass wir den Austausch mit OMNIA auf mehreren Ebenen weiterführen wollen: · auf der Leitungsebene mit einem Leonardo-da-Vinci – Partnership-Project zusammen mit 5 anderen europäischen Ländern u.a. zu Themen der europäischen Vergleichbarkeit von Berufsausbildungen · mit einem Lehreraustausch wenn möglich ab dem nächsten Schuljahr soll mehreren Kollegen unserer Schule die Gelegenheit gegeben werden, das finnische Berufschulsystem kennen zu lernen und die vielfältigen Anregungen in unserer Schule weiter zu geben · ab 2010 (leider ist so viel Vorlauf nötig) mit einem Lehrlingsaustausch
Kiitos paljon (herzlichen Dank) an unsere finnischen Partner, hoffentlich sehen wir uns bald wieder!
P.S. Ach übrigens: Hyvää Päivää heißt ‚guten Tag’.
Finnische Impressionen
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