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Ausbildertreffen bei den Gießereimechanikern

23.11.2015

Ohne Gießereimechaniker läuft gar nichts!

Informationsveranstaltung zur Nachwuchswerbung in Gießereien und zur neuen Ausbildungsstruktur im Berufskolleg Köln-Porz

 

 

Wer weiß schon, dass er kurz nach dem Aufstehen morgens früh bereits ein Gussstück anfasst, nämlich die Türklinke! Der Weg zum Arbeitsplatz oder in den Urlaub wäre ebenfalls unmöglich, gäbe es keine Gießereien. Gussteile am Auto (z. B. Zylinderkopf, Kurbelgehäuse, Griffe, ......), im Zug, im Flugzeug (z. B. Turbinenschaufeln) oder am Motorrad eingebaut, machen erst mobil und selbst in Windkrafträdern werden Gussteile verwendet, und zwar ganz oben im Kopf.

 

Trotzdem wissen viele Menschen nicht, dass es die „Schlüsselindustrie Gießerei“ gibt, in der diese Teile hergestellt werden. Sie beschäftigt viele Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen, die Basis ist hierbei der „Gießereimechaniker“, ausgebildet im dualen System. Ohne ihn läuft gar nichts!

 

Um den Beruf bekannter zu machen, hatte die Gießereiabteilung des Berufskollegs Köln-Porz am 3. November 2015 zu einer Veranstaltung mit dem Titel  „Nachwuchswerbung für Gießereien und neue Ausbildungsstrukturen für die Gießereimechaniker“ eingeladen.

 

Frank Hutten und Peter Radmacher, Fachlehrer am Berufskolleg Köln-Porz, wollten mit dieser Veranstaltung den Betrieben Anregungen und Hilfestellung geben und auch den Kontakt und den Austausch untereinander fördern.

Ihnen war es gelungen, verschiedene Referenten für die unterschiedlichen Themenbereiche zu gewinnen. Der Einladung waren 14 Betriebe gefolgt.

 

Nach der Begrüßung und Vorstellung der Schule durch den Schulleiter Hermann Wilkens

stellte Peter Radmacher zunächst das Ergebnis einer Umfrage bei den Azubis des ersten Lehrjahres vor. Hier wurde verdeutlicht, wie man als Auszubildender zur Gießereimechanik gekommen ist.

 

Im Folgenden referierte David Helmer vom Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG). Er stellte die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten des BDG zur Werbung für den Beruf vor. Um die Gießerei und ihre Ausbildungsberufe vorzustellen, nimmt der BDG zudem an zahlreichen Messen teil, veranstaltet Video-Wettbewerbe und unterhält eine auf junge Menschen ausgerichtete Homepage (www.powerguss.de) und vieles mehr.

Ein sehr interessantes Projekt, initiiert von der Industrie ist “Get in Form“: bundesweit werden in interessierten Schulen “Schulgießereien“ aufgebaut, in denen im Rahmen des technisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts den Schülern die Herstellung und Verwendung von Gussteilen näher gebracht wird. In diesem Zusammenhang könnte sich auch die Möglichkeit für eine Kooperation des Berufskollegs Köln-Porz mit den allgemeinbildenden Schulen aus dem weiteren Umfeld ergeben.

 

Schulsozialarbeiterin Marianne Kelm berichtete über die verschiedenen ausbildungsvorbereitenden Klassen und Berufsfachschulklassen am Berufskolleg, die Angebote von Berufskollegs und Trägern für noch nicht ausbildungsreife Jugendliche darstellen. Auch diese Schüler suchen nach Erreichen der Ausbildungsreife einen Ausbildungsplatz.

 

Diesem Themenblock folgte eine äußerst angeregte Diskussion über die Zukunft des Gießereimechanikers und über den Fachkräftemangel und wie diesem zu begegnen sei.

 

Zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres 2015/16 hat sich in der Ausbildung der Gießereimechaniker einiges geändert. Herr Helmer stellte hierzu kurz die Entwicklung und Intention der Neuordnung vor.

 

F. Hutten und P. Radmacher berichteten über die 3,5 jährige Ausbildung in der es 6 praktische Schwerpunkte gibt: Handformen, Maschinenformen, Druck- und Kokillengießen, Feingießen, Kernmachen und Schmelzen.

 

Wie diese Veranstaltung eindrucksvoll gezeigt hat, versteht sich das Berufskolleg Köln-Porz nicht nur als Stätte rein schulischer Ausbildung, es nimmt die „duale Ausbildung“ gemeinsam mit den Ausbildungsbetrieben sehr ernst und hat ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Betriebe. In Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben werden zukünftig weitere Veranstaltungen folgen.

 

 

Foto: Schüler bei der Betrachtung einzelner Gussteile