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Tag der Versorgungstechnik - Presseartikel K. Rundschau

08.06.2016

Daumen hoch für das Handwerk
Erster „Tag der Versorgungstechnik“ für Schüler am Berufskolleg Porz

VON THOMAS DAHL
PORZ. Praxisnahe Einblicke
in die Berufssparte der Versorgungstechnik
erhielten
40 Schüler verschiedenster
Porzer Bildungseinrichtungen
im Rahmen einer Veranstaltung
am hiesigen Berufskolleg
„BK 10“.
Unter Anleitung von Auszubildenden
erlernten die Projektteilnehmer
der Jahrgänge
9 und 10 etwa den Aufbau einer
Wasserstrecke, die Montage
und Funktion eines Heizkörpers
oder die Installation einer
Solaranlage. Als Organisator
der Veranstaltung fungierte
die Initiative „WiP – Wir in
Porz“, ein Verbund aus Schulen
aller Bereiche. Neben der
Berufskollegleitung informierten
sich auch der ehemalige
Bezirksbürgermeister Willi
Stadoll und der amtierende
Henk van Benthem vor Ort
über die Auftaktveranstaltung.
Ersterer war in seiner Funktion
als Vorsitzender des Fördervereins
am „BK 10“ vor Ort. Vertreter
der Innung „Sanitär-
Heizung - Klima“ und Mitarbeiter
eines Porzer Fachunternehmens
komplettierten die
Gästeliste, um bei den Jugendlichen
für eine Ausbildung in
der Handwerksbranche zu
werben. „Wir mussten die Erfahrung
machen, dass das
Handwerk in den Köpfen von
Schülern keinen ,Goldenen
Boden’ mehr hat. Viele junge
Menschen möchten sich heute
nicht mehr die Hände schmutzig
machen. Sie sind vor allem
daran interessiert, in trendigen
Jobs sehr viel Geld zu verdienen.
Insofern müssen wir
die Leute über die Möglichkeiten
des Handwerks aufklären“,
berichtet Klaus Edwards von
„WiP“.
Ziel der Aktion sei es, die
Schüler zu besuchen, anstatt
diese zu den Job- und Ausbildungsbörsen
zu locken. „Das
Problem dabei ist die Teilnahmepflicht.
Viele Jugendliche
nehmen eine solche Exkursion
nicht ernst und schielen vor allem
nach den Give-Aways. Wir
möchten jedoch gezielt die Interessenten
ansprechen. Insofern
richtet sich der Tag der
Versorgungstechnik heute nur
an Personen, die neugierig auf
unsere Angebote sind“, so der
Mitinitiator. Dabei sollte auch
der Gedanke einer Schulung
auf Augenhöhe fruchten: Als
Instrukteure fungierten lediglich
Azubis, die am Berufskolleg
ihm Rahmen der Dualen
Ausbildung ihre Lehrabschlüsse
anstreben.
„Die Schüler machen sich
gut. Ich hoffe, dass wir ein bisschen
ihr Interesse wecken
konnten“, zeigte sich Werkstattleiter
Helmut Schmalz gegen
Ende des Lern-Tages zuversichtlich.
„Das hat Spaß gemacht.
Ich habe auf jeden Fall
etwas dazu gelernt. Vielleicht
werde ich in dem Bereich mal
ein Praktikum machen“, bestätigte
Schüler Yahya (14) die
Hoffnungen der Organisatoren.
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Das Klischee von
der Männerdomäne
„Ich wollte hier unbedingt
dabei sein. Es war in jedem Fall
spannend. Aber beruflich
möchte ich eher etwas mit Medizin
machen. Mir ging es heute
vor allem darum, den Jungs
zu zeigen, dass wir Mädchen
bei solchen handwerklichen
Dingen mithalten können. Wir
sind genauso gut. Das haben
wir bewiesen“, freute sich Rojdar
(15) mit drei weiteren jungen
Damen über die gelungene
Demonstration in Sachen
weiblicher Power. Nach einer
Auswertung des Aktionstages
sollen die Weichen für eine
zweite Auflage der Veranstaltung
gestellt werden.